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Bundesrat Moritz Leuenberger bei der Einweihung des erweiterten Verladeterminals der Hupac
Busto Arsizio-Gallarate, 9. September 2005
Von überall sind wir gekommen, vom Norden der Alpen, vom Süden der Alpen und von den Alpen selber, von Polen und Frankreich, von Parma und von Zürich, von Brüssel und von Rom.„Alle Wege führen nach Rom?" Das war einmal.Heute führen alle Wege nach Busto Arsizio-Gallarate.Strasse und Schiene treffen sich da, die Lötschbergachse und die Gotthardachse kommen hier zusammen, Spediteure und Transporteure, Container aus China und den USA kreuzen sich, Vertreter aus Wirtschaft und Politik begegnen sich, und die beiden dienstältesten Verkehrsminister von Europa fallen sich in die Arme.Busto Arsizio-Gallarate ist der Nabel der Welt.Heute nabeln wir das Baby ab. Es ist ein Riesenbaby, einer der grössten Terminals Europas. Heute schläft es, aber schon bald wird es strampeln und kreischen, Container wie kleine Bauklötze verschieben und sich prächtig entwickeln.Dieses Baby hat viele Väter und eine Mutter, die Hupac.Sie hat uns Väter heute zusammengerufen. Ihr Slogan lautet ja „Moving together", und das ist auch unser Motto. Wir alle, die wir hier versammelt sind, haben uns im Lauf der vergangenen Jahre aus ganz verschiedenen Richtungen aufeinander zu bewegt, und in dieser gemeinsamen Zusammenarbeit haben wir fast alle trennenden Grenzen überwunden:
Wir haben uns aufeinander zu bewegt, wir haben andere überzeugt und mitgerissen, wir haben Vieles bewirkt.Es gibt Leute, die sagen, Strasse und Schiene seien Gegensätze. Sie sollen nach Busto Arsiszio-Gallarate kommen.Es gibt Leute, die sagen, Wirtschaft und Politik könnten nicht zusammenarbeiten. Sie sollen nach Busto Arsizio-Gallarate kommen.Es gibt Leute, die sagen, die Politik könne nichts bewegen. Sie sollen nach Busto Arsizio-Gallarate kommen und sehen: e pur si muove.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.Schauen wir auf unseren Weg zurück, erinnern wir uns nur schon an unser Zusammentreffen bei der 30-Jahr-Feier der Hupac, es ist noch nicht einmal ganze acht Jahre her:
Erst acht Jahre ist das her und klingt doch wie eine Geschichte aus fernster Vergangenheit.
Wir haben uns bewegt und so in sehr kurzer Zeit Enormes bewegt. Und heute stossen wir einen weiteren Entwicklungsschub an. Der Terminal Busto Arsizio-Gallarate wird zur grössten europäischen Verladeplattform südlich der Alpen, bereit, im Nord-Süd-Verkehr doppelt so viel Güterverkehr wie bisher auf die Schiene zu verladen. Für die Verlagerung ist das ein wichtiges Signal, ein grosser Schritt, aber niemals der letzte.
Wir haben weitere Schritte vor uns:
Bis Ende 2006 werden wir gemeinsam die Strecken südlich von Lugano für die spätere Zukunft evaluieren.
Wir bewegen uns aufeinander zu, und unsere Kooperation hat europäische Dimensionen. Einstige Monopole haben es uns nicht eben erleichtert. Doch wir haben Grenzen überwunden und wir werden weiter Grenzen zu überwinden haben – bei den technischen Systemen, bei unterschiedlichen Gesetzen und Vorschriften, bei ideologischen Barrieren. Doch wenn Menschen den politischen Willen zur Veränderung haben, dann ist alles möglich.Es gibt Leute, die fragen: Ist die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene überhaupt nötig? Wir fragen zurück: Wollt ihr denn völlig verstopfte Strassen?Die Verlagerung dient allen, auch jenen LKW-Chauffeuren, die auf die Strasse angewiesen sind und auch den Automobilisten, welche die Strassen nicht von Lastwagen verstopft haben wollen. Sie dient allen, die sich eine sichere Fahrt wünschen.Können wir die Verlagerung schaffen? Dieser Terminal beweist: Schon wieder ist ein Schritt getan. Wir sind bisher sehr gut vorangekommen, viel rascher als wir das vor acht Jahren hoffen durften, und wir haben die nächsten Schritte vorgespurt. Unsere Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg hat bewegt und wir werden weiterhin bewegen, und dafür danke ich ganz besonders der HUPAC und Theo Allemann. Er hat Durchhaltewillen und unermüdliche Überzeugungskraft bewiesen. Ich danke unseren italienischen Freunden, stellvertretend für alle meinem Freund Pietro Lunardi. Er hat sich persönlich eingesetzt, sobald es Unklarheiten im operativen Bereich gab.Busto Arsizio Gallarate, das ist Castor und Pollux für die Verkehrspolitik: Wie zwei helle Sterne leuchten sie ganz Europa den Weg. Und in ihrem hellen Licht sieht Europa den treno dei desideri, nämlich wie Politik und Wirtschaft, wie zwei Länder miteinander zusammenarbeiten, ganz wie die Hupac sagt: we are moving together.Und wenn jemand am Erfolg der Verkehrspolitik zweifelt, dann sieht er hier und heute: e pur si muove.